Alles wird gut – Kurzgeschichte

Alles wird gut – Kurzgeschichte

Alles wird gut

 

James ist der Sohn von wohlhabenden Eltern und er ist Einzelkind. Aktuell ist James 19 Jahre alt. Sein Vater ist Inhaber einer Autofirma, die eine der reichsten Firmen Deutschlands ist. James lebt in einer Villa mit allem möglichen Schnick-Schnack. Seine Eltern hielten es für nötig, ihn abzuschotten, daher wurde er zu Hause unterrichtet und nur in Begleitung aus dem Haus gelassen. Aufgrund dessen hat James nahezu keine Freunde. Einzig und allein lässt sein Studium ihn glücklich in die Zukunft blicken.

Er hofft dadurch zu erleben, was Freiheit ist und bedeutet. Die Kehrseite am Studium ist das Verlangen seines Vaters: Er soll den Platz von ihm übernehmen, wenn die Zeit gekommen ist. Viele Jungen in seinem Alter würden sich über diese Chance freuen, aber er träumt seit langem, Autor zu werden. Sein Vater hält das Bücherschreiben für Zeitverschwendung und seine Mutter äußert sich noch nicht zu dem Thema. James fühlt sich schon fast sein ganzes Leben lang eingesperrt, er freut sich auf das Studium, weil dort die erste Möglichkeit auf Freiheit besteht.

Man könnte meinen, ihm wäre nie langweilig, aber im Gegenteil: Reichtum bedeutet lange noch nicht, dass man Glück hat oder gar glücklich ist, denn James langweilt sich manchmal zu Tode. Sozialer Kontakt ist ihm fremd, nur bei Geburtstagen werden Verwandte eingeladen. „Kopf hoch, morgen beginnt das Studium, endlich“, denkt sich James.

Am Morgen ist James Aufregung und Freude stark fortgeschritten. Normalerweise haben Studenten ein eigenes Auto oder fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, aber er wird natürlich von seinem Chauffeur zur Uni kutschiert. Dort angekommen steigt James fasziniert aus, er hat noch nie so viele Menschen auf einmal gesehen. Im Hörsaal sind nur noch wenige Plätze frei, James entscheidet sich für einen in den hinteren Reihen neben einem jungen Mann seines Alters. Er sieht nett aus, da stellt sich auch schon der Fremde vor: „Hi, ich bin Nick und wer bist du?“ sagt Nick. „Hallo, ich bin James“, antwortet er gleichermaßen.

Aus dem Gespräch kristallisiert sich heraus, dass Nick und er nahezu alle Vorlesungen zusammen haben, und man kann von einer netten Bekanntschaft sprechen. Die nächsten Tage verlaufen ziemlich gleich, nur Nick hat ihm seinen Freundeskreis vorgestellt und er gehört jetzt gewissermaßen dazu. James war schon lange nicht mehr so glücklich wie jetzt. Er kann in einer anderen Umgebung mit seinen Freunden zusammen sein, was will man mehr?

Dies alles hat nur einen Haken, denn er hat keinen Spaß an dem Studium, ihn interessiert nicht, was er dort lernt. Aus dem Grund fängt er heimlich an, sich für Literatur-Vorlesungen einzuschreiben. Er hat Glück, dass die Uni auch dies anbietet. So vergeht die Zeit Jahr für Jahr, ohne dass seine Eltern herausfinden, dass er sich auf das ursprüngliche Studium konzentriert.

Dann kam dieser eine Tag im zweiten Semester. Dieses eine Mädchen, dass ihn anlächelt und weiter geht. James bleibt verwirrt stehen und schaut ihr hinterher. Er schüttelt seinen Kopf und unterdrückt das Bedürfnis, an sie zu denken. Nach dieser Begegnung besinnt er sich wieder, und es überkommt ihn die andauernde Sorge. James weiß, dass er seinen Eltern sagen muss, was er tut, aber auf der anderen Seite wird er von seinen Tutoren gelobt für das Talent zum Schreiben. James will das Schreiben nicht aufgeben, deswegen kann er sich dazu durchringen, mit seinem Vater zu sprechen. Sein Vater ist alles andere als glücklich, dies zu hören. Er brüllt: „Willst du denn nicht viel und richtiges Geld verdienen“? James antwortet ruhig: „Ich will glücklich sein und tun, was ich liebe“! Da schalltet sich seine Mutter ein: „ Komm Franz, lass ihm doch Freiraum, er will nur tun, was er liebt“. James blickt sie überrascht an, da sie zum ersten Mal seinem Vater die Stirn bietet. Franz blickt genauso entgeistert drein. Nach weiterem Gerangel kommen sie zu einem Kompromiss, dass James so weiter macht wie bisher und dass sich sein Vater anschaut, was James im Thema Literatur zustande bringt.

Sein Vater war so begeistert, dass er seinem Sohn erlaubt, Autor zu werden. Das hat zur Folge, dass James endlos glücklich ist. Falls ihr euch fragt, was mit dem Mädchen passiert ist. James sprach sie eines Tages an, darauf folgte eine unzertrennliche Freundschaft oder auch mehr.

 

Maja Wolf (8. Klasse)

Maja Wolf

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